Filtration in unserem Keller

Filtration ist ein physikalisch-mechanisches Verfahren, um unerwünschte Stoffe wie Mikroorganismen und Hefe zu entfernen und dadurch den Wein zu stabilisieren.

Unsere neuen Weine haben den Gärprozess gut hinter sich gebracht, die meisten liegen jedoch noch auf der Grobhefe. Davon ausgenommen sind nur die frühreifen Rebsorten wie Müller-Thurgau und Dornfelder, die bereits ein oder zwei Abstiche von der Hefe bekommen haben. Bei solch einem Abstich wird der Jungwein von der Hefe getrennt. Die Hefe hat den im Wein befindlichen Zucker zu Alkohol verstoffwechselt und ist damit die Mutter des Weins.
Zurück zur Filtration: Für unsere Weine führen wir sie meist Mitte Februar durch.
Dazu benötigen wir einen Filter, der uns von einem Lohnunternehmer zur Verfügung gestellt wird.

Hier nun einen Überblick über die gängigsten Filtrationsverfahren:

Schichtenfiltration

Wird in Mitteleuropa überwiegend angewendet. Hierzu gibt es ein vorgefertigtes Filterbett aus einer speziellen Mischung von Filterhilfsmitteln wie Zellulose, Kieselgur und/oder Perlitt. Die nur 3 – 5 mm dicke Schicht ergibt ein engmaschiges Raumsieb mit feinsten Kanälen.

Kieselgur Filter oder Anschwemm – Filtration

Bei dieser statischen Tiefen-Filtration werden Filterhilfsmittel wie Kieselgur, Perlitt und Zellulose sowie pulverisierte Harze als Ionentauscher angewendet. Diese werden zuerst in einer Flüssigkeit aufgelöst und dann an den Filterträger angeschwemmt. Sobald sich ein genügend dicker Filterkuchen aufgebaut hat, wird auf die zu filtrierende Flüssigkeit umgestellt. Damit ist eine weitgehende Entfernung kleinster, ungelöster Partikel möglich.

Cross-Flow-Filtration (auch Querstromfiltration)

Es handelt sich hierbei um eine dynamische Filtrationsform. Die Bezeichnung leitet sich von der Strömungsrichtung der Flüssigkeit ab. Diese wird quer über eine Membranoberfläche geführt (crossflow = querfluss). Damit kann der Größenbereich der Partikel gezielt ausgewählt werden, also Mikro, Ultra- oder Nanofiltration.
Der Wein wird mit hoher Geschwindigkeit durch die Membran gepumpt. Die Filterpatrone besteht aus vielen, asymetrisch aufgebauten, hohlen Membranfasern aus Kunststoff in einem vertikal angeordneten Filtergehäuse. Der Wein wird im Kreislauf immer wieder durch diese Hohlfasern gepumpt, ein kleiner, gefilterter Teil fließt kontinuierlich seitwärts aus dem Gehäuse hinaus, der größere Teil verbleibt im Umlauf. Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Klärung in einem einzigen Arbeitsgang erfolgt und eine Filtration, auch bei sehr starkem Trübungsgrad (wie z.B. bei einem noch gärtrüben Jungwein) möglich ist.

Bis zum nächsten Mal

Ihr Philipp Conrad